LAB-Teams

Meine Gedanken zu einer digitalen Bürowelt

LAB-Teams

Januar 9, 2019 digitale Transformation 0

Ich hatte ja bereits über die Verbesserungen in der Lohnabteilung geschrieben, nachdem wir das LAB-Team Lohn gegründet hatten. Mittlerweile ist viel Zeit ins Land gegangen und ich kann über meine Erfahrungen berichten:

Wir hatten ein Team gegründet, das nach Scrum-Methoden die bestehenden Probleme entdecken und gemeinsam aufarbeiten sollte. Hintergrund war der Leitsatz: Wer das Problem hat kennt auch die Lösung für das Problem.
So saßen wir also gemeinsam zusammen: 4 Lohnsachbearbeiter, ein Teamleiter (Steuerberater), ein Geschäftsführer und ich – als „Scrum-Master“. Ich versuchte, dem Team die Scrum-Methoden beizubringen; wir erstellten gemeinsam ein Backlog, priorisierten die Aufgaben, teilten sie uns auf die kommenden zwei Wochen ein und besprachen sie dann anschließend wieder.
Am Anfang war mir wichtig, das Team nicht mit zu vielen Regeln und Artefakten zu überfordern, sondern sie langsam und stetig in die Materie einzuführen.

Nach dem zweiten oder dritten Meeting war dem Team klar: Es ging nicht darum, Aufgaben zu beschreiben und sich dann durch mich (in meiner Eigenschaft als IT-Verantwortlicher) erledigen zu lassen. Das Team musste lernen, sich selbst um die Probleme zu kümmern! Das war am Anfang schwer verdaulich. Nach und nach erkannten sie aber den Vorteil, häufiger miteinander zu reden und sich auszutauschen. Sie erfuhren immer mehr über das Programm, das sie jeden Tag nutzen und über die Zusammenhänge ihres Tuns. Sie tauschten sich auch fachlich miteinander aus und jedes Team-Mitglied lernte kontinuierlich dazu. Der Teamleiter erkannte immer besser die Stärken jedes Mitglieds und auch unterschiedliche Ansichten und Prioritäten zwischen Teamleitung und Team-Mitglied konnten offen in unseren Treffen miteinander besprochen werden. Auch das Vertrauen zwischen allen Beteiligten ist immer mehr gewachsen.

Mittlerweile trifft sich das Team zwei Mal wöchentlich ohne mich, um fachliche Dinge zu besprechen und fällige Aufgaben zu verteilen. Diese Treffen entsprechen dem, was im Scrum als DailyScrum bezeichnet wird – hier haben wir also eines der Scrum-Artefakte auf unsere Bedürfnisse angepasst.
Auch meine Rolle hat sich gewandelt: Vom Scrum-Master bin ich mittlerweile zum Agile Coach geworden. Die Rolle des Scrum-Masters führt nun der Teamleiter aus aus der Geschäftsführer operiert als Product-Owner.

Am Anfang organisierten wir die Userstories an einer Pinwand – einfach, um das visuelle Gefühl zu haben, etwas „zu bewegen“. Auf Wunsch des Teams haben wir uns nun mit MeisterTask organisiert. Auch dieses Tool wurde hervorragend von allen Beteiligten angenommen.

Mitte Dezember haben wir dann das erste Mal eine Retrospektive durchgeführt. Auch diese lief überraschend gut. Überraschend deshalb, weil ich nicht damit gerechnet hatte, dass das Team bereits untereinander so offen auch über seine Gefühle sprechen konnte. Alle Beteiligten waren im Anschluss sehr zufrieden mit dem in diesem halben Jahr Erreichten.

Für 2019 hoffe ich, dass wir die agile Arbeit im Team noch weiter vertiefen können und das Team somit noch weiter voranbringen können. Insbesondere durch zwei neue Team-Mitglieder, die zum Ende des Jahres dazu gestoßen sind, wird die Arbeit sicherlich weiter befruchtet.

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